Am vergangenen Mittwoch, den 08.02.2023 durfte die Gemeinde Steinheim unseren Bischof empfangen. Zu Gast waren auch die Nachbargemeinden Poppenweiler und Marbach. Dem Gottesdienst zu Grunde lag das Wort Johannes, Kapitel 20, Vers 28.29: „Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“
Nach dem einleitenden Chorlied CB 124 in dem es unter anderem heißt „[Ich] warte voller Heilsverlangen, Herr, auf deines Geistes Wort“ wies der Bischof darauf hin, wie schwer es sein kann, in diese gesonderte Erwartungshaltung zu kommen, da wir in dem Luxus leben, dass Gott immer da ist und wir ihn immer ansprechen können. Dennoch lohne es sich immer wieder, diesen Schritt zu machen und diesen Luxus nicht weniger gering zu schätzen, nur weil er immer vorhanden ist. Die Möglichkeit, in den Gottesdienst zu gehen, um zu lernen lohne sich auch, da das Werk Gottes, so die Überzeugung des Bischofs, nie zu Ende erforscht sein wird, nicht statisch ist.
Im Bezug auf das Bibelwort wies der Bischof darauf hin, dass wir es einfacher haben als Jesu Jünger, da wir vom Glauben zum Schauen kommen, während die harte Realität der Jünger andersherum war. Während sie die Jahre zuvor die Wunder Jesu erleben durften, waren sie nun mit seinem Tod konfrontiert und mussten an seine Auferstehung glauben. Nach verständlichem Zweifel taten sie das auch. Dazu war für Thomas nach der Schilderung im Johannesevangelium nicht relevant, wirklich seine Finger in die Wunden zu legen, sondern Jesus zu erkennen. Der mitdienende Evangelist Steichele fügte hinzu, dass auch in unserem Leben es manchmal so kommt, dass man explizit um etwas betet und es nicht erfüllt wird, es aber wichtig sei, trotzdem treu im Glauben zu bleiben und aus Glaubenserlebnissen Stärke zu ziehen wenn diese auftreten. Aus der Unvollkommenheit könne im Zusammenkommen etwas Vollkommenes entstehen – die Gemeinde.
Eine besondere musikalische Umrahmung erhielt der Gottesdienst durch das große Orchester aus Streichern und Bläsern. Neben den Orchesterstücken während und vor dem Gottesdienst war ein besonderes Highlight das Abschlusslied „Herr komme bald“ (CB 421) das gemeinsam von Chor und Orchester vorgetragen wurde.