Am Pfingstmontag, dem 25. Mai 2026, feierten Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen gemeinsam einen festlichen ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen Stadtkirche am Marktplatz in Ludwigsburg. Veranstalter war die ACK Ludwigsburg (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen), in der verschiedene Ludwigsburger Kirchen zusammenarbeiten. Die Predigt und Liturgie lagen in diesem Jahr in den Händen der vier im ACK-Vorstand vertretenen Kirchen. Das Bibelwort aus Johannes 20, Verse 19–23 bildete die Grundlage für eine dreiteilige Predigt rund um die Frage: Was bedeutet der Frieden Christi – und wie leben wir ihn weiter?
Die Predigt wurde von drei Geistlichen gestaltet: Holger Heß (Gemeindevorsteher der Neuapostolischen Kirche Ludwigsburg) entfaltete unter dem Titel „Leben – heraus aus der Starre", wie der Heilige Geist wie ein Türöffner wirkt: Er öffnet uns für Gott und für den Nächsten, bringt Bewegung in erstarrte Glaubensleben und befähigt uns, Zeuginnen und Zeugen Christi zu sein. Thomas Schmückle (Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche) zeigte, dass der wiederholte Friedensgruß Jesu – „Friede sei mit euch" – weit mehr ist als eine Begrüßung: Dieser Shalom ist Gottes unbedingtes Ja zu jedem Menschen, unabhängig von Nationalität oder Religion, und sendet uns als Friedensbotinnen und Friedensboten in den Alltag. Daniel Betz (Pastoralreferent der Katholischen Kirche Ludwigsburg) schloss mit dem Gedanken der Vergebung: Der Heilige Geist gibt uns die Kraft, einander freizusprechen – denn Vergebung nimmt der Vergangenheit die Macht über die Gegenwart. Pfingsten heißt: Gottes Geist weht dort, wo Menschen einander nicht in Schuld festhalten, sondern freigeben zum Leben.
Die Liturgie lag in den Händen von Pfarrerin Kerstin Hackius (evangelische Kirche), die auch den Segen spendete, sowie Isabell Klein und Beatrix Wisniewski (beide evangelische Kirche), wobei Beatrix Wisniewski die Schriftlesung übernahm. Musikalisch bereicherten die Instrumentalgruppe der Neuapostolischen Kirche Ludwigsburg unter Leitung von Steffen Theurer sowie die Sopranistin Elena Müller den Gottesdienst. Besonderer Höhepunkt war die Arie „Erfüllet, ihr himmlischen Flammen" von Johann Sebastian Bach, begleitet von Bezirkskantor Fabian Wöhrle an der Orgel und Rahel Coquema an der Bratsche. Die Instrumentalgruppe spielte zudem Intermezzi von Joachim Neander und Franz Schubert sowie „Nun danket alle Gott" nach Johann Crüger und Felix Mendelssohn Bartholdy.
Wie im Vorjahr zog die Gemeinde am Ende singend in einer Polonaise aus der Stadtkirche auf den Ludwigsburger Marktplatz – ein lebhaftes Bild für den Sendungsauftrag, den der Gottesdienst verkündet hatte: Gottes Frieden nicht hinter verschlossenen Kirchentüren zu behalten, sondern hinauszutragen in eine Welt, die ihn braucht.