Einen tiefgehenden Gottesdienst erlebte die Gemeinde Ludwigsburg sowie die via Übertragung angeschlossenen Glaubensgeschwister aus dem Kirchenbezirk am Sonntag, den 8. Februar 2026. Der Bezirksapostel legte seiner Predigt das Textwort der Bekehrung des Saulus vor Damaskus zugrunde. Er rief die Gemeinde zu ehrlicher Selbstprüfung auf und betonte: Christus identifiziert sich voll und ganz mit seiner Gemeinde.
„Als er aber auf dem Wege war und in die Nähe von Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel...“ – Mit diesem Textwort aus Apostelgeschichte 9, 3–6 eröffnete der Bezirksapostel den Gottesdienst. Gleich zu Beginn ging er auf das Eingangslied des Chores ein, in dem es hieß, man habe „nichts Gutes aufzuweisen“. Der Bezirksapostel ordnete dies liebevoll ein: Aus uns selbst heraus seien wir zwar fehlerhaft, doch weil Gott Gutes in uns hineingelegt habe, gebe es in der Gemeinde sehr viel Gutes und tiefe Nächstenliebe, die sichtbar werde.
Im Zentrum der Predigt stand das Erlebnis des Saulus. Jesus fragte ihn: „Was verfolgst du mich?“ – obwohl Saulus doch eigentlich die frühen Christen verfolgte. Der Bezirksapostel leitete daraus eine weitreichende Erkenntnis ab: „Christus identifiziert sich voll und ganz mit seiner Gemeinde.“ Im Umkehrschluss bedeute das: „Wenn ich auf jemand in der Gemeinde herabsehe, dann sehe ich auf Jesus herab. Wenn ich in der Gemeinde jemanden ablehne, dann lehne ich Jesus ab.“ Die Anrede als Bruder und Schwester dürfe daher kein leeres Wort sein.
Obwohl wir durch die Wiedergeburt aus Wasser und Geist auf dem richtigen Weg seien, rief der Bezirksapostel zu einer kritischen Selbstprüfung anhand von drei Kernfragen auf:
Zur weiteren Predigt dienten der stellvertretende Bezirksvorsteher Reißing, Bezirksvorsteher Birg (beide Kirchenbezirk Stuttgart-Bad Cannstatt) sowie der stellvertretende Bezirksvorsteher Wagner (Kirchenbezirk Reutlingen) mit. Priester Reißing griff den Gedanken auf, dass Gott Lust habe, in uns zu wohnen. Selbst wenn man sich angesichts der eigenen Fehler manchmal frage: „Wer bin ich schon?“, dürfe man sich der Erwählung Gottes sicher sein. Priester Birg ergänzte den Gedanken des Loslassens: Saulus musste nicht umkehren, sondern mit Jesus seinen Weg nach Damaskus fortsetzen. So rufe Jesus auch uns heute auf, eigene Feindbilder loszulassen. Evangelist Wagner erinnerte abschließend an die Zusage, die Paulus später für sein eigenes Wirken erhielt und die bis heute gelte: „Lass dir an meiner Gnade genügen.“
Einen tiefen, stillen Höhepunkt bildete die Feier des Heiligen Abendmahls für die Entschlafenen. In dem Bewusstsein auf eine „gemeinsame Zukunft mit unseren Lieben“ aus den jenseitigen Bereichen wurde das Sakrament an Bezirksvorsteher Raith und seinen Stellvertreter Hermann gespendet. Musikalisch umrahmt wurde der Vormittag festlich durch Beiträge von Chor und Orchester.