Am Sonntag, den 7. September 2025, stand im Mittelpunkt des Gottesdienstes in der Neuapostolischen Kirchengemeinde Ludwigsburg die heilige Wassertaufe des kleinen Jakob. Hirte Heß leitete den festlichen Gottesdienst, der musikalisch vom Chor mit dem Lied „Ehre sei dem Vater" eröffnet wurde – ein Lied, das bereits die zentrale Frage des Gottesdienstes stellte: Wem gebührt diese Ehre?
In seiner Predigt machte Hirte Heß deutlich, dass bei der Taufe das Wasser sichtbar ist, doch das Wichtige ist das Unsichtbare – es geht nicht um einen Stempel oder eine Mitgliedschaft. Die Menschen haben zu allen Zeiten Gott angebetet, doch niemand so wie Jesus, der ihn als seinen Vater sah. Jesus Christus hat uns in diese besondere Beziehung mit seinem Vater hineingezogen. Die Heiligung des Namens Gottes – wie es im Vaterunser heißt – kann auch als Bitte verstanden werden: „Heilige deinen Namen, immer wieder aufs Neue, lass dich immer wieder neu erleben in deiner Herrlichkeit." Doch es ist zugleich eine Aufforderung: Durch unser Verhalten und unseren Umgang miteinander soll Gottes Name geheiligt werden. Der Dienstleiter ermutigte die Gemeinde, über das eigene Gebetsleben nachzudenken und achtsamer mit dem Namen Gottes umzugehen – auch im täglichen Sprachgebrauch. „Was ihr einem meiner geringsten getan habt, das habt ihr mir getan", erinnerte er. Dieses Gebet Jesu beten wir nicht jeden Tag, aber wenn wir es tun, ist es immer ein Bekenntnis.
Priester Kolb ergänzte, dass Gott in jedem Menschen wohnt und dort erlebbar ist. Die Taufe ist der Moment, in dem die Erbsünde vergeben und ein Bund mit Gott geschlossen wird. Es ist schön, dass Gott sich zu uns zuneigt, betonte er.
In seiner Ansprache vor dem Altar – mit dem Täufling und seinen Eltern – griff Hirte Heß ein berührendes Bild auf: Das Kind ruht sicher in den Armen seines Vaters, und genauso sind wir alle in den starken Armen Jesu geborgen. Mit einem Verweis auf Galater 3, Vers 26 und 27 machte er deutlich: Durch den Glauben sind wir alle Kinder Gottes in Jesus Christus, und wer getauft ist, hat Christus wie ein Kleid angezogen. „Kleider machen Leute", sagte der Dienstleiter und griff dabei Kolosser 3, Vers 12 auf: Er ermutigte die Gemeinde, sich mit Freundlichkeit, Demut und Liebe auszustatten. „Wenn wir das alles im Schrank haben, sind wir gut ausgestattet für das Leben." Gott schenkt uns heute das Kleid der Liebe – ein kostbares Geschenk, das uns zu seinen Kindern macht.
Das Orchester bereicherte den Gottesdienst mit den Liedern „Näher mein Gott zu dir" und „Oh in den Armen Jesu". Es war ein bewegender Gottesdienst, der die Besucher ermutigte, die Beziehung zu Gott als Vater täglich neu zu erleben.