In Neuwirtshaus wurde bereits der 3. Stolperstein verlegt, dieses Mal in Gedenken an Helmut Stahl.
Helmut Stahl wurde 1922 in Stuttgart geboren. Er wohnte mit seiner Familie in Neuwirtshaus in der Halligenstraße 9. Mit 17 Jahren riss er von zuhause aus und meldete sich zur Fremdenlegion. Von dort wurde er wegen falscher Altersangabe nach Frankreich zurückgeschickt. Bei seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er von der Gestapo verhaftet und der Spionage verdächtigt. Helmut Stahl schaffte es, nach Hause zu entkommen. Um seine Familie nicht zu gefährden, machte er sich mit einem gestohlenen Fahrrad auf den Weg in die Schweiz. Kurz vor der Grenze wurde er entdeckt und verhaftet. Er kam zuerst in ein Gefängnis nach Heilbronn. Als ihn seine Mutter dort abholen wollte war er bereits nach Österreich in das Konzentrationslager Mauthausen verlegt worden. Fast 4 Jahre überlebte er trotz brutalster Haftbedingungen. Im Oktober 1943 starb er dort - als Todesursache wurde Krankheit angegeben. Ein überlebender Nachbar berichtete der Familie aber später, dass Helmut Stahl "auf der Flucht" erschossen wurde: eine bei der NS beliebte Art, Häftlinge zu ermorden.
Gestaltet wurde die Zeremonie von der Stolperstein-Initiative Zuffenhausen, zusammen mit der Gruppe Hörmal Vokal und Anne von der Vring. Pfarrer Volkmar Rupp von der Michaelskirche stellte mit Auszügen aus dem Zuffenhäuser Friedensgebet den Bezug zur Gegenwart her. Mit dem Lied "Ich bete an die Macht der Liebe...", vorgetragen von einem Teil des Chores der Neuapostolischen Gemeinde Neuwirtshaus endete die Stolpersteinverlegung.